bergbau-technik-park-A38

Bergbau-Technik-Park eröffnet

Posted on May 10, 2012 · Posted in Deutsche Einträge, Work

Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit eröffnete zum Osterwochenende 2012 der Bergbau-Technik-Park in der Nähe des Markkleeberger Sees. Die “Stars” des Parks sind der 1300 t schwere Schaufelradbagger 1547 und der 2400 t schwere Bandabsetzer 1115. Diese beiden riesigigen Stahlungetüme sind nicht zu übersehen von der Autobahn A38 (siehe Bild oben).

Ich befinde mich der glücklichen Lage Teile dieses spannenden Projektes zu sein und betreuue u.a. die Webseite und die Beschilderung des Parks.

Der BTP ist nun immer zwischen Ostern und 31. Oktober geöffnet:
Donnerstag bis Sonntag & Feiertags 10-16 Uhr
Juli & August Samstag bis 18 Uhr, Sonntag bis 17 Uhr

Das Gebiet südlich von Leipzig erlebte im letzten Jahrhundert eine der größten durch Menschenhand vollzogenen landschaftlichen Umgestaltungen in Europa. Der Grund war der gestiegene Hunger nach Elektrizität und Rohstoffen nach der Industralisierung und riesiger Braunkohleflöz der in relativ geringer Tiefe (80-100m) hier zum Abbau einlud. Dutzende Orte wurden abgebaggert und mehrere Tausend Menschen umgesiedelt. Wo früher Wälder, Felder, Flüße und Orte waren, ist nun eine Seenlandschaft (Leipziger Neuseeland) entstanden. Der “neueste” See erreicht 2014 seinen Endstand – der Zwenkauer See.

Die Verwandlung des Leipziger Südraum von 1850 über 1990 (in braun: die Tagebaue) bis 2010. Die Karten (Quelle: LMBV) sind Teil der Austellung im E-Haus im BTP. Rechts habe ich zusätzlich die Lage des BTPs eingezeichnet.

 

Aussichtspunkt am Tagebau Schleenhain, rechts am Horizont das Kraftwerk Lippendorf

Noch aktiv ist der Tagebau Schleenhain bei Neukieritzsch / Borna /Groitzsch. Hier enstehen nach Ende des Abbaus auch wieder 2 neue große Seen – der Pereser See (2051) und der Groitzscher See (2060).  Bekannt wurde der Tagebau Schleenhain durch das Abbaggern von Heuersdorf – die 665 t schwere Emmauskirche wurde 2007 komplett mit einem Schwehrtransport ins 12km entfernte Borna umgesetzt.

Der Bergbau-Technik-Park enstand im Zentrum des ehemaligen Tagebaus Espenhain. Im Tagebau Espenhain wurden von 1937 bis 1994 rund 1,7 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt und rund 570 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert. Dabei wurden 14 Orte (der größte davon Magdeborn) überbaggert und fast 8700 Einwohner umgesiedelt. Ursprünglich sollte der Tagebau noch bis 2025 weiterbetrieben werden, aber nach der Wende änderten sich die Verhältnisse und es wurde auf die Weiterführung aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen verzichtet. Der Tagebau stoppte direkt vor dem Ort Dreiskau-Muckern, dessen Zerstörtung somit erspart blieb. Allerding waren zu diesen Zeitpunkt die meisten Bewohner schon umgesiedelt worden.

im BTP: E-Lok vor dem hintergrund des Schaufelradbaggers, Quelle: BTP

Auf dem Gebiet des Tagebaus Espenhain enstanden der Markkleeberger und der Störmthaler See – getrennt von der Autobahn A38. Der große Absetzer des Bergau-Technik-Parks wurde übrigens nicht nur zum Transport von Abraum im Tagebau verwendet sondern später auch zur Aufschüttung des Damms für die Autobahn A38.  Jetzt steht er erstmal im BTP im “Vorruhestand”. Der Absetzer ist aber noch im funktionsfähigen Zustand und könnte wieder von der MIBRAG wieder in Betrieb genommen falls Bedarf besteht.

mehr zum Bergbau-Technik-Park:
www.bergbau-technik-park.de